Philip Müller zum 03.10.2015

Kampf gegen Menschenfeindlichkeit

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

heute jährt sich zum 25. Mal die politische Einheit Deutschlands. Wie jedes Jahr gibt es dazu zahlreiche Veranstaltungen, Festakte, wie auch heute hier in Heiligenstadt. Nun mag sich manch eine oder einer fragen, muss es denn jedes Jahr wieder sein?

 

Um es kurz zu machen:

Ja muss es!

 

In Zeiten wo Deutschland wieder Grenzkontrollen durchführt und Ungarn Zäune an seinen Grenzen baut ist umso wichtiger das uns bewusst ist dass der dritten Oktober uns als Mahnung und Auftrag bleibt, und das in jedem Jahr. Er ist ein Festtag für die Freiheit. Ein Tag, der mahnend daran erinnert, dass Freiheit erkämpft werden muss, ohne Gewalt, aber mit Mut.

Der uns dazu inspirieren soll, uns und andere immer wieder für Freiheit zu begeistern und ihre Möglichkeiten deutlich zu machen, die größer sind als Angst und Unsicherheit. Ein Datum, das uns den Auftrag gibt, wieder und wieder für Freiheit zu kämpfen und einzustehen, in der Welt, aber auch und immer wieder in unserem Land.

Ich selbst bin erst 1992 geboren und habe somit die Widervereinigung und die DDR-Zeiten nicht selbst miterlebt.  Doch auch uns Jugendlichen die nach Wiedervereinigung geboren ist klar den wichtigsten Beitrag zur deutschen Einheit haben 1989 und 1990 die Bürgerinnen und Bürger in der DDR geleistet-manche Bekannte aber auch noch mehr Unbekannte.

Die Ostdeutschen haben sich die Freiheit erkämpft – mit Kerzen und mit Gebeten, mit Mut und Friedfertigkeit. Manchen war anfangs die Freiheit wichtiger als die Einheit. Wir alle haben die Rufe und Sprechchöre bei den Demonstrationen in den Ohren. Zunächst „ Wir sind das Volk“  und später dann „ Wir sind ein Volk“.  Leider müssen wir seit geraumer Zeit wahrnehmen, dass diese Rufe von besorgten Bürgern, Rassisten und Neonazis wöchentlich Missbraucht werden. Nicht nur in Dresden sondern auch heute bei einem Aufmarsch von Neonazis in Nordhausen wird man die Sprechchöre wieder hören oder wie auch jeden Montag bei Thügida und neuerdings auch jeden Mittwoch in Erfurt von Björn Höcke und seiner AFD. 1989 wurde mit diesen Sprechchören die Öffnung der Grenzen gefordert umso paradoxer dass die eben genannten rechten Gruppen fordern, dass die Grenzen wieder geschlossen und somit die Freiheit wieder eingeschränkt werden soll. Wir 500 Millionen Europäerinnen und Europäer, sind zu unserem Glück vereint. Das kann gar nicht oft genug gesagt werden. Schon gar nicht in diesem Jahr.

Wir erleben nicht nur, dass Konflikte wie der Syrien von einer Lösung für Frieden und Sicherheit weiter entfernt zu sein scheinen denn je. Der seit Jahren wütende Bürgerkrieg hat inzwischen fast 500.000 Leben gekostet und Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Zur Zeit erlebt man leider in Europa in der so genannten „Flüchtlingskrise“ das Völkerrecht und das Prinzip der territorialen Integrität, also die Grundprinzipien friedlichen Zusammenlebens, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und nach dem Ende des Kalten Kriegs mitten in Europa ganz offen mit Füßen getreten werden und wir in alte Denkmuster zurückfallen, nach denen Nachbarstaaten nicht als Partnerländer, sondern als Einflusssphären angesehen werden. 

Wir alle spüren in diesen Tagen so deutlich wie lange nicht mehr: Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Weltoffenheit, Toleranz und Menschenrechte – sie bleiben uns wahrlich nicht von alleine erhalten, weder bei uns zuhause in Deutschland und der Europäischen Union noch überall sonst in Europa, schon gar nicht weltweit. Sie sind nicht selbstverständlich. Sie müssen immer wieder aufs Neue gewonnen, behauptet und verteidigt werden – von uns allen. Das erfordert Mut, durchaus auch dann, wenn einem keine feindliche Staatsmacht , sondern rechtsextreme und rechtspopulisten Menschen gegenüberstehen.

In diesem Sinne braucht uns das Jahr 2015, das so ganz anders verläuft, als wir es uns vor einem Jahr zum letzten Tag der Deutschen Einheit vorstellen konnten, nicht mutlos werden zu lassen. Ganz im Gegenteil, das können wir uns gerade an unserem heutigen Feiertag bewusst machen. Wir müssen gemeinsam für Freiheit, Gleichheit und Solidarität kämpfen und uns auch weiterhin gegen die rechten Hetze von Pegida, AFD und den geistigen Brandstiftern der CSU stellen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen allen einen schönen 3 Oktober.

 

 

Homepage SPD Eichsfeld

 

Kontakt

Wahlkreisbüro Heilbad Heiligenstadt
Lindenallee 30a
37308 Heilbad Heiligenstadt

Telefon: 03606-6071673
Telefax: 03606-6071674

E-Mail: birgit.pelke@spd-thl.de

Mitarbeiterin: Dr. Sylvia Schilder
Mitarbeiter: Franz-Josef Strathausen

Thüringer Landtag
Jürgen-Fuchs-Str. 1
99096 Erfurt

Telefon: 0361-3772552
Telefax: 0361-3772417

E-Mail: birgit.pelke@spd-thl.de

 

Neues aus dem Landtag

Seite wurde nicht gefunden. | SPD-Fraktion Thüringen

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

Zur Homepage der SPD-Fraktion